Die Lage

Hiddensee

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Wappen DeutschlandkarteBasisdaten
Bundesland:Mecklenburg-VorpommernLandkreis:RügenAmt:West-RügenKoordinaten:Koordinaten: 54° 32′ N, 13° 6′ O54° 32′ N, 13° 6′ OHöhe:bis zu 72 (Dornbusch) m ü. NN
Fläche:19,02 km2;
Einwohner:1087 (30. Juni 2006)Bevölkerungsdichte:57 Einwohner je km⊃2;
Postleitzahl:18565Vorwahl:038300Kfz-Kennzeichen:RÜGGemeindeschlüssel:13 0 61 017
Adresse derGemeindeverwaltung:
Norderende 162 18565 Vitte
Webpräsenz:www.seebad-insel-hiddensee.
deBürgermeister:Manfred Gau
Lage der Gemeinde Insel Hiddensee im Landkreis Rügen Die deutsche Insel Hiddensee liegt westlich von Rügen in der Ostsee. Sie gehört zum Landkreis Rügen im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern.
Die Gemeinde Insel Hiddensee (bis zum 2. Februar 1993 Hiddensee) umfasst die gesamte Insel sowie die ihr östlich vorgelagerte Fährinsel und gehört seit 2005 zum Amt West-Rügen mit Sitz in der Gemeinde Samtens.

Geschichte des Namens Hiddensee

Der Name „Hedinsey“ taucht bereits in der Prosa-Edda und in den „Gesta Danorum“ des Saxo Grammaticus auf und bedeutet soviel wie „Insel des Hedin“. Der legendäre Norwegerkönig Hedin soll hier um eine Frau oder auch nur um Gold gekämpft haben. Das später unter dänischer Herrschaft offiziell gebräuchliche „Hedins-Oe“ wurde von den Einwohnern dann zu „Hiddensee“ eingeschliffen.

Enstehungsgeschichte der Insel

Steilufer auf der Insel Hiddensee
Hiddensee entstand während der letzten Eiszeit vor etwa 12.000 Jahren und wird durch die immer noch einwirkenden Meeresströmungen weiter verändert. So wurden die ehemaligen drei Inselkerne durch Anschwemmungen miteinander verbunden. Dieser Prozess trägt im Norden am Dornbusch immer noch Sand ab. Im Jahr 2000 brachen an der Nordspitze Hiddensees im Bereich des „Toten Kerls“ zweimal 60.000 m⊃3; Geschiebemergel ab und rutschten ins Meer. Im Durchschnitt verliert die Kliffkante des Dornbusch etwa 30 cm jährlich. Mitte März 2004 rutschten dann nochmals rund 10.000 m⊃3; ins Meer. Geologisch gesehen ist Hiddensee ein sich in stetem Wandel befindendes Gebiet. Die an der Nordspitze abgetragenen Landmassen werden an der Südspitze und an der Ostseite zum Schaproder Bodden wieder angespült. So entstanden an der Südspitze der Gellen und auf der Ostseite die beiden geologisch sehr jungen Sandhaken (Landzungen) Alter Bessin und Neuer Bessin. Der Alte Bessin begann sich vor etwa 300 bis 400 Jahren herauszubilden und war schon Mitte des 19. Jahrhunderts über drei Kilometer lang. Seit damals ist er kaum noch gewachsen. Dagegen wächst der um 1900 entstandene benachbarte Neue Bessin jährlich um 30 bis 60 Meter und erreicht auch schon eine Länge von drei Kilometern. Auch die Südspitze wächst als sogenanntes Windwatt weiter in den Bodden.

Flora und Fauna

Hiddensee ist die größte Insel des Nationalparkes Vorpommersche Boddenlandschaft und vereinigt eine alte Kulturlandschaft mit den Hutungen und der ursprünglich vorhandenen Dünenheide. Die großen Neulandbildungen im Nordosten (Alter und Neuer Bessin) und Süden (am Gellen) Hiddensees bieten Lebensraum für zahlreiche wirbellose Tiere, wie Würmer und Muscheln. Diese dienen dann vielen Zugvögeln als Nahrung. So ist die Inselumgebung einer der bedeutendsten Kranichrastplätze Deutschlands. Die Südspitze der Insel sowie der Neue Bessin wurden deshalb der Schutzzone I des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft zugeordnet und dürfen nicht betreten werden. Auf der Insel gibt es drei Naturschutzgebiete, das NSG Gellen und Gänsewerder im Süden, das NSG Dünenheide zwischen Neuendorf und Vitte und das NSG Dornbusch und Bessin im Norden.

Die Naturschutzgesellschaft Hiddensee und Boddenlandschaft unterhält in Vitte eine ständige Ausstellung in einem eigenen Haus, dem Nationalparkhaus, in welchem alle Details zu Fauna und Flora bestens dargestellt werden.

Orte auf Hiddensee

Grieben

Grieben ist das älteste, nördlichste und kleinste Dorf auf Hiddensee und liegt am östlichen Rand des Hochlandes der Insel. Der Name leitet sich vom slawischen „grib“(für „Pilz“) ab. Grieben hat keinen eigenen Hafen.

Kloster Kloster hat seinen Namen vom ehemaligen Kloster der Zisterzienser, das von 1296 bis 1536 in der Nähe des heutigen Hafens von Kloster lag. Es wurde mit der Reformation aufgelöst. Heute gilt Kloster mit dem Gerhart-Hauptmann-Haus, der Inselkirche und dem Inselfriedhof mit den Grabstätten von Gerhart Hauptmann, Käthe Kruse, Walter Felsenstein und Gret Palucca als das kulturelle Zentrum von Hiddensee. Es liegt direkt am Hochland, dessen höchste Erhebung der Dornbusch ist. In Kloster befindet sich das Institut für Ökologie der Universität Greifswald, das 1992 als Nachfolgeeinrichtung der „Biologischen Station Hiddensee“ und der „Vogelwarte Hiddensee“ gegründet wurde, die beide aus der 1936 entstandenen „Biologischen Forschungsanstalt Hiddensee“ hervorgegangen waren.

Die Blaue Scheune in Vitte

Vitte (sprich: Fitte) wurde erstmals 1513 urkundlich erwähnt und ist der Hauptort und zugleich der größte und zentrale Ort der Insel. Der Name ist eine Ableitung von „vit“; damit bezeichnete man früher Fischverkaufsstellen. In Vitte steht das Rathaus mit der Gemeindeverwaltung. Außerdem ist hier der Fähranleger für die Lastenfähre, mit der beispielsweise die Fahrzeuge für die Ver- und Entsorgung von Schaprode auf der Insel Rügen aus übersetzen. Der Warengüterverkehr wird hier bei der Hiddenseer-Logistik auf Anhänger, die von Elektroschleppern gezogen werden, umgeschlagen und auf der Insel an die Lebensmittelmärkte und Gaststätten verteilt. Teilweise werden kleinere Güter auch noch mit Pferdefuhrwerken ausgeliefert. Die Heidelandschaft auf Hiddensee, zwischen Vitte und Neuendorf gelegen, zählt ebenso zu Vitte. In Vitte steht das älteste noch erhaltene Haus der Insel, das „Hexenhaus“ (ehemals Sommerhaus von Adolf Reichwein). Darüber hinaus befindet sich in Vitte das (wohl letzte) Zeltkino und die Seebühne Hiddensee (Figurentheater).

Neuendorf

Neuendorf ist der südlichste Ort auf Hiddensee. Die Einwohner von Neuendorf werden vom Rest der Insel als „Die Süder“ bezeichnet. Obwohl Neuendorf nur sechs Kilometer von Vitte entfernt liegt, sprechen die Einwohner einen anderen Dialekt. Große Teile von Neuendorf gleichen einer großen Wiese, auf der die Häuser wie an einer Schnur gezogen aufgereiht sind. Auch Neuendorf hat einen eigenen Hafen.
Neuendorf besteht aus zwei ursprünglich eigenständigen Ortsteilen: Dem älteren, wohl schon aus dem 13. Jahrhundert stammenden Plogshagen im Süden und dem eigentlichen Neuendorf, das um 1700 durch die Absiedlung aus der Siedlung Glambek entstand. Überreste dieser Siedlung sind noch heute nordöstlich des Neuendorfer Ortsgebietes zu erkennen.
Südlich von Neuendorf liegt der so genannte Gellen, ein bedeutendes Vogelschutzgebiet, das zur Schutzzone I des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft gehört und somit für die Öffentlichkeit nicht zugänglich ist.

Sturmhochwasser


Sturmhochwasser

Immer wieder wurde Hiddensee von Sturmhochwassern heimgesucht. So soll im Jahr 1308 die Insel durch ein mächtiges Sturmhochwasser von der Insel Rügen getrennt worden sein. Dies ist aber umstritten. In den Jahren 1864 und 1865 wurde die Insel dreimal von Sturmhochwassern zwischen Hohen Dünschen Garn und Peterbergschen Garn, einer sehr flachen und dünnen Stelle, durchbrochen. Vom 12. zum 13. November 1870 wurde Hiddensee bei Plogshagen erneut überflutet. Auch heute droht noch die Teilung der Insel in einen Süd- und einen Nordteil, welche nur durch umfangreiche Küstenschutzmaßnahmen verhindert werden kann.

Leuchtturmpanorama