Geschichte

Bergen blickt auf eine über 1000-jährige Geschichte zurück.
Die Ursprünge des Namens sind auf das Jahre 1232 zurückzuführen. Zu dieser Zeit war es, dass auf Rügen ein Ort Gora = Berg genannt wurde, welcher der polabischen Sprache der Ranen entsprang. Erste Siedlungen auf dem heutigen Gebiet Bergens sind jedoch schon deutlich älter. Der auffälligste Beweis dafür ist die Marienkirche südlich des Marktplatzes.

Bergens ältestes Fachwerkhaus von 1538 am Markt und die St. Marienkirche
Schon um das Jahr 1180 herum wurde mit dem Bau des Gotteshauses begonnen, das von dem rügenschen Fürsten Jaromar I. in Auftrag gegeben wurde. Im Jahre 1193 erfolgte die Fertigstellung sowie die Weihung zur Klosterkirche. Auch heute noch hat sie ein ganz besonderes Kuriosum zu bieten: Das Zifferblatt der großen Turmuhr zeigt genau 61 Minuten an. Durch die Gründung des Klosters begünstigt, entstand im Jahre 1232 der erste Krug.
Im Jahr 1314 wurde Bergen selbst erstmals unter dem Namen villa montis urkundlich erwähnt. Bis in das 15. Jahrhundert hinein blieb Bergen unter Führung des Klosters. Erst durch eine Beschlussfassung des Landtages zu Treptow 1534 wurde die Reformation in Pommern eingeführt. Das Kloster ging in den Besitz des pommerschen Herzoges über.
1613 erfolgte die Verleihung des Stadtrechts.
Erste handwerkliche Unternehmen entstanden erst in den Jahren 1823 und 1853, als hier Lederfabriken ihre Arbeit aufnahmen. 1883 erreichten die ersten Züge den Bahnhof Bergen aus Altefähr kommend. 1890 nahm die Molkerei die Arbeit auf und 1891 folgte die Errichtung des Postgebäudes am Markt. Als dann in den Jahren 1898 und 1899 das Wasser- und das Elektrizitätswerk in Betrieb genommen wurden, verfügte Bergen über eine einer Kreisstadt würdige Infrastruktur.
Zum Ende des 2. Weltkriegs begann am 4. Mai 1945 die kampflose Besetzung Rügens durch die Rote Armee. Nach der Gründung der DDR wurde die Industrialisierung weiter vorangetrieben. 1952 beginnt am westlichen Stadtrand der Bau des Industriegeländes. 1953/58 entsteht die Molkerei, die täglich 300 t Milch verarbeitete. 1955/56 entsteht der VEB Brot- und Backwaren. 1957/58 nahmen Schlachthof und Fleischwarenfabrik die Produktion auf. Eine leistungsfähige Nahrungsgüterindustrie entstand in Bergen, welche die Insel und Teile des Festlandes versorgte.
Seit der Wiedervereinigung und dem damit verbundenen Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland hat sich das Stadtbild Bergens stark verändert. Die Bevölkerung schrumpfte von fast 20.000 Einwohnern auf nunmehr rund 14.700. Viele Neubauviertel wurden modernisiert und den neuen Anforderungen angepasst. Ferner wurden einige Schulen geschlossen und neue Hotels errichtet. Auch die Innenstadt wurde fast komplett renoviert.